Die Schnaps-Wanderung

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Beim Versammlungsort am Pfarrheim trudelten wir gestern abend ein, wurden mehr und mehr… und brachten es schließlich auf 25 Wanderwillige, a wirkli scheene Hard. Der Himmel war bewölkt, es war auch nicht sonderlich warm, aber alle hatten einen Regenschirm dabei, und so konnte es gar nicht regnen. Auf dem Bockl-Radweg entlang sammelten wir noch einige auf, die auch mitwollten, und dann wanderte unsere stattliche Gruppe Richtung Störnstein.

Jetzt gemma aber!

Auf dem Radweg war wenig Konkurrenz, die Blumen am Wegesrand, Nachtkerzen und Weidenröschen vor allem, blühten wunderschön in ihren Farben und bewirkten eine friedvolle Abendstimmung. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Bilder von Renate kriege, zur Illustration, bei meiner Kamera war die Batterie leider alle (kein Wunder, die hat auch schon ein knappes Jahr durchgehalten). In Störnstein wurden wir von einem gut aufgelegten Herrn Kriechenbauer empfangen, der ein wenig erstaunt war über die Größe der Gruppe. Er hatte mit 15 oder so gerechnet. Aber wir rückten schön zusammen in seiner kleinen Brennerei und lauschten andächtig. Es war so spannend, was er zu erzählen wusste von seiner Kleinst-Brennerei.

Eigentlich ist das sein Hobby, aber nachdem er seine Schnäpse und Liköre mit so viel Liebe und Sorgfalt herstellt, kaufen die Leute sehr gern bei ihm. Man merkte ihm auch den Spaß an seiner Tätigkeit beim Erzählen an. Sein Grundstoff ist allerbestes Obst. Da erntet er zuckerreiche Früchte aus eigenen Garten oder dem Umland, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Quitten usw. oder kauft auch aus Franken. Aus dem Obst wird eine Fruchtmaische hergestellt, die dann erhitzt wird und köcheln muss. Seine kupferglänzende und blitzsaubere Destille wird mit Starkstrom betrieben. Aus dem Dampf, der alle möglichen Alkohole und Öle enthält, wird im Abkühlungsvorgang dann der trinkbare Alkohol, das Ethanol, gewonnen. Am Ende des Prozesses gibt es dann den Vorlauf, der noch jede Menge Methylalkohol und sonstiges Untrinkbares, sogar Hochgiftiges enthält, den Mittellauf, das wichtigste Ergebnis eines Brennvorgangs, und den Nachlauf, den man aufbewahrt und evtl. noch einmal brennen kann.

Ein Brennrecht wird nicht mehr gewährt, da der Staat das Monopol auf die Alkohol-Herstellung hat. Aber man kann sich ein schon gewährtes Brennrecht kaufen, in der gleichen OFD allerdings nur. Wenn man ein Brennrecht 10 Jahre nicht nutzt, verfällt es! Jeder Brand muss 5 Werktage zuvor angemeldet werden, bei der Bundesmonopolverwaltung.

Wir bekamen auch den Unterschied zwischen Brand, Geist und Likör erklärt und Tipps zur Aufbewahrung und Konsum. Länger als ein halbes Jahr, meinte Herr Kriechenbauer, soll man Schnaps und Likör nicht aufheben. Sie werden zwar nicht schlecht, aber verlieren an Aroma, weil die flüchtigen Stoffe durch den Korken langsam verdunsten.

Nach der Theorie kam das, worauf wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten: Das Probieren! Herrn Kriechenbauers Familie half tatkräftig zusammen, dass wir alle eine kleine Brotzeit als Unterlage bekamen, und dann durften wir ein paar seiner Spezialtäten probieren.
Zuerst war da ein Brand aus gemischtem Obst, AZB genannt (Apfel, Zwetschgen, Birne), das anscheinend in den Zoiglstuben der Umgebung sehr gut ankommt.
Dann kredenzte er uns einen „Streuvados“, einen Apfelbrand aus den Streuobstwiesen der Oberpfalz. Der Duft war sehr intensiv!
Als nächstes duftete es nach Frühsommer: Ein Holunder-Likör mit einem gar herrlichen Aroma. Es schloss sich ein Erdbeerlikör an, auch sehr lecker. Aber für mich war die Krönung zum Schluss der Steinweichsel-Likör. Der hatte so einen leisen Amaretto-Touch, einfach hinreißend!

Manche nutzten die Gelegenheit und kauften ein paar Flaschen ein – und dann wurden wir von treusorgenden Söhnen und Ehemännern abgeholt. Dafür bekommen sie dann auch mal ein Gläschen serviert!

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